720 einkommensschwache Haushalte haben den Stromsparcheck gemacht

19.06.2017

219000 Kilo CO2 pro Jahr gespart! Lenkungskreis geht von 4000 möglichen Kunden aus.

Kreis Emmendingen (BZ).

Energiefresser gibt’s in jedem Haushalt – durch wirtschaftlichen Umgang mit Wasser und Strom lassen sich nicht nur Energie und Wasser sparen, sondern auch Geld. Dies gilt umso mehr für einkommensschwache Haushalte. Seit drei Jahren besuchen deshalb Stromsparhelfer des Beschäftigungsträgers 48°-Süd solche Haushalte, um sie beim effizienten Umgang mit Strom und Wasser zu unterstützen.Die Stromsparhelfer sind ehemalige langzeitarbeitslose Menschen, die Weiterbildungsmöglichkeiten im Energie- und Servicebereich erhalten. Die Energieagentur Regio Freiburg unterstützt sie fachlich. Seit 2014 wurden im Rahmen des Stromspar-Checks im Landkreis Emmendingen bereits mehr als 720 einkommensschwache Haushalte beraten. Diese Haushalte sparen nach der Berechnung der Energeiagentur Freiburg dank des Stromspar-Checks jährlich 122 000 Euro Energie- und Wasserkosten und 219 000 Kilogramm CO2 ein. Ihren Personenkreis finden Projektleiter Franz Kramer und sein Team bei Besuchern des Jobcenters, über Flyer und Empfehlungen. „Oft ist es gar nicht so einfach, die Haushalte zu überzeugen, dass wir ihnen nichts verkaufen, sondern lediglich beim Energiesparen helfen möchten“ berichtet der Projektleiter. Ausgestattet mit kleinen praktischen Soforthilfen wie LED-Lampen, Sparduschköpfen und Zeitschaltuhren im Wert von durchschnittlich 70 Euro suchen die Stromsparhelfer in den Haushalten nach Energiefressern. Denn gerade einkommensschwache Haushalte haben oft nicht die Mittel, sich neue und effiziente Technologien zu kaufen und mit den im Regelsatz vorgesehenen Energiekosten auszukommen. Deshalb erhält ein Haushalt zusätzlich zu Tipps und Soforthilfen auch einen Zuschuss bis 300 Euro, wenn er einen alten Kühlschrank gegen ein effizientes Neugerät tauscht. „Durch die kleinen Soforthilfen und einen neuen Kühlschrank spart ein Haushalt im Schnitt 200 Euro an Energiekosten im Jahr,“ rechnet Patrick Krezdorn, Geschäftsführer von 48° Süd, vor. Davon profitieren aber nicht nur die einkommensschwachen Haushalte – auch für den Landkreis verringern sich die Kosten für die Sozialausgaben. „Der Stromsparcheck ist ein weiteres Beispiel dafür, dass Klimaschutz und Geld sparen Hand in Hand gehen können“, freut sich daher der Klimaschutzmanager des Landkreises, Philipp Oswald.Um noch mehr Haushalte zu erreichen wurde jetzt ein Lenkungskreis mit Vertretern aus Behörden, Wirtschaft und Kommunen gegründet. Er soll die verschiedenen lokalen Akteure aus den sozialen und energiefachlichen Bereichen vernetzen und den Stromspar-Check so noch erfolgreicher machen. Landrat Hanno Hurth hat die Schirmherrschaft des Lenkungskreises übernommen.Das Potenzial ist da: Ulrike Kleinknecht-Strähle, Sozialdezernentin des Landratsamtes, geht von rund 4000 einkommensschwachen Haushalten aus, die im Landkreis für den Stromsparcheck in Frage kommen. „Um diese Haushalte zu erreichen, wollen wir den Stromspar-Check in den Kommunen, den Wohlfahrtsverbänden und Baugesellschaften besser verankern und bekannt machen“, erklärt die Sozialdezernentin. Auch die lokalen Energieversorger sollen intensiver eingebunden werden. Die Anzahl zahlungsunfähiger Kunden habe sich durch den Stromspar-Check deutlich verringert, sagt Karl-Heinrich Jung, Geschäftsführer der Stadtwerke Emmendingen. Sie unterstützen den Stromspar-Check mit einem Fahrzeug, damit auch Haushalte in entlegeneren Orten erreicht werden können. Info: Der Stromspar-Check ist ein Verbundprojekt des Deutschen Caritasverbands und des Bundesverbands der Energie- und Klimaschutzagenturen Deutschlands. Er wird vom Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit gefördert. Infos und Kontakt für Haushalte: Stromspar-Check, Am Elzdamm 45 (Fairkauf) in Emmendingen, t 07641/ 967 49 72 , E-Mail: stromspar-check@48gradsued.de

Copyright Badische Zeitung, Fr., 16.06.2017

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